Spelle. Mit Beethovens „Ode an die Freude“ setzte das Blasorchester der Oberschule Dörpen den klangvollen Schlusspunkt zur Verleihung des Gütesiegels im Pavillon der Maschinenfabrik Krone in Spelle. Verdienten Grund zur Freude hatten auch sieben Schulen aus dem nördlichen und mittleren Emsland, die für ihre herausragenden Projekte zur Berufsorientierung von der Aktionsgemeinschaft „Gütesiegel Weser-Ems“ ausgezeichnet wurden.

„Die geehrten Schulen haben neben ihrem eigentlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag in vorbildlicher Weise eine Kür zur Pflicht gemacht und die Jury mit praxisorientierten und berufspraktischen Angeboten überzeugt“, gratulierte Klaus Reinhardt, Personalleiter bei Krone und Vorsitzender der Jurykommission Emsland, den Preisträgern. Zu diesen gehören die Anne-Frank-Oberschule und die Johannesschule in Meppen, die Heinrich-von-Kleist-Oberschule und die Michaelschule in Papenburg, die Albert-Trautmann-Oberschule in Werlte, die Oberschule in Dörpen sowie die Grund- und Oberschule in Lathen. Sie alle erhielten das Gütesiegel, verbunden mit großer Anerkennung, aus den Händen von Friedhelm Forbriger, Regionalleiter Emsland „Startklar für den Beruf“, der den Festakt moderierte.

„Gute Mitarbeiter zu finden ist für Unternehmen das A und O, dafür sind die Schulen unerlässlich. Sie vermitteln den ihnen anvertrauten jungen Menschen Persönlichkeits-, Sozial- und Fachkompetenzen sowie ein verantwortungsbewusstes Verständnis für Wirtschaft und Arbeitswelt“, äußerte auch Wolf van Lengerich, Geschäftsführer der Maschinenfabrik Krone, seinen Respekt.

Den Festvortrag hielt Erster Kreisrat Martin Gerenkamp, der insbesondere die bereits 2005 gegründete Bildungsregion Emsland als eine der ersten ihrer Art in den Blick nahm. Ein Erfolgsrezept des Landkreises Emsland als eine der wachstumsstärksten Regionen Deutschlands sei das Bildungskonzept vom vorschulischen Bereich bis hin zur beruflichen Aus- und Weiterbildung. Ein anderes der enge Schulterschluss zwischen Wirtschaft, Schulen und dem Hochschulstandort Lingen.

Gerenkamp erinnerte an den Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck im März dieses Jahres, der auch Station bei Krone in Spelle gemacht und sich beeindruckt gezeigt hatte von der emsländischen Dynamik. „Im Emsland berufen wir uns nicht auf Bundes- und Landeszuständigkeiten. Wir schauen selbst, wofür wir uns verantwortlich fühlen, und entwickeln auf die Erfordernisse des Emslands angepasste eigene Initiativen“, versprach der Erste Kreisrat, auch zukünftig die Lern- und Lebenschancen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern und dem demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel wirksam entgegenzutreten.

Auch Regierungsschuldirektorin Karen Mull würdigte den Einsatz der Schulen: „Die Kenntnis über die Vielfalt der beruflichen Möglichkeiten zu haben erweitert den Horizont junger Menschen und eröffnet ihnen neue Perspektiven.“ Innovative Konzepte zur Berufsorientierung erfuhren die rund 200 Gäste abschließend im Rahmen beeindruckender Präsentationen durch die sieben Preisträger, die nachhaltig dafür sorgen, dass die richtige Berufswahl nicht zur Berufsqual wird.


Quelle: Ems-Zeitung 28.11.2016